Ein "kleines" historisches Resümee

Vor 50 Jahren...

...berichteten Krefelder Zeitungen am 21. Oktober 1952 dass "seit einger Zeit" die "Ortsgruppe V/104 des Technischen Hilfswerkes" in unserer Stadt besteht. In den Artikeln wurde sehr deutlich herausgestrichen, dass es sich hier um eine... "Nachfolgeeinrichtung der ehemaligen Technischen Nothilfe..." handelt, "...was sich z.B. auch daran ausdrückt, dass der "Geschäftsführer" (gemeint war der Ortsbeauftragte) ..der ehemalige TeNo-Leiter in Krefeld war..."

Natürlich ist es heute, 50 Jahre nach dem ersten Kontakt des Krefelder THW mit der Presse, müßig, eventuelle "Zwischen-den-Zeilen" - Interpretationen anzustellen. Heute wissen wir, dass die Vorbehalte einiger politischer Gruppierungen und vor allem die der neu formierten Gewerkschaften und ihres Dachverbandes unbegründet waren. Man vermutete nämlich, dass die neugegründete staatliche Organisation bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben nicht nur "Hilfe im Falle einer Katastrophe" zu leisten haben, sondern auch bei Eintritt staatlicher Notstände als Ersatz für z.B. streikende Arbeiter in Betrieben der Infrastuktur eingesetzt werden würde. Das stimmt zwar in bestimmtem Sachverhalt, war aber wie bei der TN zur Aufrechterhaltung lebensnotwendiger Belange gedacht und nicht um Streikenden den Arbeitsplatz streitig zu machen.

Helfer der TN nah einem Bombenangriff in Trümmern des Hauses Luisenstraße 21 Bei älteren Leuten der damaligen Zeit waren noch Aktionen der Technischen Nothilfe (TN) nach dem 1. Weltkrieg und in der Wirtschaftskrise der 30er Jahre im Gedächtnis, die der neuen Hilfsorganisation den Ruf eines "Streikbrecher-Vereins" einbrachte. In den Richtlinien für die Organisation der "Technischen Nothilfe" vom 2. Februar 1920 wurde ausdrücklich die Aufgabe des Einsatzes "... zur Sicherung der inneren Ruhe und Ordnung und des Wiederaufbaues des deutschen Wirtschaftslebens Notstandsarbeiten dort zu verrichten, wo es sich um die Aufrechterhaltung gefährdeter, lebenswichtiger Betriebe handelt..." im Atikel I vor allen anderen Aufgaben angegeben. Das Eingreifen "... in Fälle der Not durch höhere Gewalt, z.B. Feuer- und Wassernot, Eisenbahnunglücken, usw..." stand erst im Nachsatz dieser Verordnung des Reichsministeriums des Inneren.
Die Technische Nothilfe (TN) erfuhr mehrere organisatorische Strukturwandel; u.a. war sie ab 1930 ein "eingetragener Verein", der in der neuverfassten Richtlinien vom 19.10.1933 im Artikel I als "... ein Machtmittel des Staates zur Beseitigung von Notständen in lebenswichtigen Betrieben..." einzusetzen war.
Die "gleichzeitige (...) Hilfeleistung bei Katastrophen infolge höherer Gewalt..." war in diesem Artikel als Nachsatz eingebracht.

Der Status des "e.V." wurde dann am 25. März 1939 per Gesetz umgewandelt in den eines "...ständigen technischen Hilfsorgans...".
Die Technische Nothilfe (TN) unterstand nun als "... technische Hilfspolizei..." dem Reichsinnenminister und war "... zur technischen Hilfeleistung bei der Bekämpfung öffentlicher Notstände und zur Erfüllung bestimmter Aufgaben der Landesverteidigung und des Luftschutzes..." in Bereitschaft zu halten. Gemäß dieser gesetzlichen Vorgaben leisteten die Männer der TN während des 2. Weltkrieges wertvolle Arbeiten nach den Zerstörungen durch Bomben und Granaten.

So wurde dann 5 Jahre nach Beendigung einer unseligen Epoche in der Geschichte unseres Landes das THW, sehr wohl als Nachfolger der TN, ins Leben gerufen. Sowohl die Auswahl des ersten Direktors,
Otto LummitschOtto Lummitsch (Bild links) wie auch die damalige Aufgabenstellung zeigen, dass die TN in der ersten deutschen Republik 1919 - 1932 kein Zufall, sondern bewusst herbeigeführt war.

Um den Aufbau und die Einsatzbereitschaft der aufzustellenden technischen Hilfsorganisation in kürzester Zeit sicherzustellen, musste auf die wertvolle Erfahrung bewährter und zugleich politisch unbelasteter Führer der TN zurückgegriffen werden.

In der Aufbauphase des THW entsprachen die Organisationsschemata, Gliederungspläne der Ortsverbände (OVs) und die Einsatzplanung sowie die Ausbildung in den OVs und an der THW-Schule weitgehend den Erfahrungen der Vorgängerorganisation aus Friedens- und besonders aus der Kriegszeit.
Ehemalige Angehörige der TN, des Reichtsarbeitsdienstes sowie technische Truppenteile der damaligen Wehrmacht wurden zum Aufbau- und zur Mitarbeit gewonnen und entsprechend ihrer Qualifikation in der aufzubauenden Organisation eingesetzt.
Otto Lummitsch, der mit 64 Jahren am 22.08.1950 vom damaligen Innenminister der jungen Bundesrepublik, Dr. Gustav Heinemann den Auftrag zur Aufstellung eines "zivilen Ordnungsdienstes" bekam, konnte in der für ihn eingerichteten "Dienststelle Lummitsch" mit seinem aus Katastrophen- und Luftschutzerfahrenen Leuten am 4. September 1950 das erste Arbeitsprogramm bekanntgeben.

Auch in Krefeld folgte man dem Ruf von Otto Lummitsch. Ebenso wie überall in Deutschland fanden sich vorrangig ehemalige TN-Männer, die in den "mageren" Jahren nach dem Krieg ihre Erfahrungen in eine Hilfsorganisation einbringen und somit auch am Aufbau des jungen Staates mitwirkten.
Aus den Personalunterlagen unseres Ortsverbandes ist zu ersehen, dass der "Helfer Nr. 1", Dr. Wilhelm Bellingen war. Auch er war als Krefelder Leiter der TN natürlich prädestiniert für die Organisation einen weiteren Ortsverband aufzubauen.

Dr. Wilhelm BellingenEin Helfer, der die Anfangszeiten des OV ab 1955 miterlebt hat, berichtete, dass Dr. Bellingen (Direktor der Krefelder Wasserwerke), Heinz Lauterbach (Apotheker), Kurt Bruss (Kaufmann und Handelsvertreter), August Kamper sowie weitere 5 Männer (alles ehemalige TN-Angehörige) den Ortsverband Krefeld in einem kleinen Raum im "Hansahaus" am Hauptbahnhof aus der Taufe hoben.
August 1952. In einem Kellerraum lagerten neben alten TN-Werkzeugen auch die Dinge, die die Kameraden der ersten Stunde selbst beigesteuert haben. Wenn man die Ausrüstung der heutigen Zeit den Sachen gegenüberstellt, die den Männern damals zur Verfügung standen, dann wird auch dem Fantasielosesten ein Höchstmaß an Anerkennung abverlangt: Ein "Nichts" an Ausrüstung verlangte ein "Alles" an Improvisationsvermögen, um denen, die ab 1953 nach und nach zum OV stießen, zumindest die einfachsten Begriffe der "technischen Hilfe" nahezubringen. Ende 1953 standen in der Helferliste 43 Mitglieder verzeichnet.

Die ersten Übungsstunden wurden in dem Lagerraum im Keller oder im Innenhof des Hansahauses abgehalten.
Nach Zwischenstationen im Hof einer Kohlenhandlung auf der Lewerentzstraße - war es auf der Hansastraße 58? (leider war nicht zu erfahren, ob das eine feste Unterkunft oder nur ein Ausbildungsgelände war, zog man 1956 um zum Schirrhof (Blumentalstraße), wo man auf dem Feldweg (der heute Nassauer Ring heißt) Stiche und Bunde zum Bau eines kurzen Steges aus "erbetteltem" Holz anwendete.

Dienst im Winter neben dem Schirrhof (Foto: Dienst im Winter neben dem Schirrhof)

Die Mobilität der jungen Truppe war natürlich mit privat beigesteuerten Schubkarren und Fahrrädern "nicht so recht" gewährleistet. So wurde dann nach einigen "Bettelgängen" des Ortsbeauftragten (OB) Dr. Bellingen, von der Stadt Krefeld ein "Transportbus" für das Material zur Verfügung gestellt. Der "Bettel-Bus" und manchmal auch ein LKW der Firma BIGALKE (Ernst B. war Helfer Nr. 14 im OV) fuhr dann die "Bettel-Bretter" und Rundhölzer ins Hülser Bruch (Schießstand?). Eine Fahrrad-Kolonne von Helfern machte sich, manche noch mit TN-Drillich, auf den Weg dorthin, um ihren Ausbildungsdienst zu versehen. Nach kurzer Zeit, Ende 1956, zog die kleine Schar wieder um. Diesmal gab es Grund zur Freude: Im Bunker n der Schwertstraße konnte man eine "ganze Etage" belegen. Büro, Ausbildungsraum, Kleiderkammer, waren schon ein großer Fortschritt.
Trotzdem fehlte es den motivierten Jung´s in diesen schwierigen Anfangsjahren praktisch an allem, was das Wort "Technisch" in unserem Namen darstellt. Zu verschiedenen, von der Krefelder Presse beobachtet öffentlichen Auftritten wurden Gerätschaften vom Landesverband herangeschafft. Eine moderne BLK-Säge, deren Schwert am Motorblock für Senkrecht- und Waagerecht-Schnitte gedreht werden konnte (weil der Motor nicht über einen bestimmten Winkel gekippt werden konnte, er "soff" sonst ab!) wurde stolz den Zuschauern aus Politik und Bevölkerung vorgeführt, ... und nach der Veranstaltung zurückgegeben.
Man wollte den interessierten Menschen natürlich nicht die Mangel-Verwaltung, sondern die Hilfsmöglichkeiten vorstellen, die ein modernes Technisches Hilfwerk bieten konnte. So bekam unser OV dann ab ca. 1956 einen Gerätekraftwagen (GKW Borgward) für die Übungsdienste geliehen. Wenn der Dienst vorbei war, wurde er wieder zurückgefahren.
Trotz der technischen Unzulänglichkeiten wurde das Krefelder THW von der Stadt Krefeld mit einer Aufgabe betraut, für die man keine große Technik brauchte: der Bau eines "Planschbeckens" auf dem Gelände des Schullandheimes in Herongen.
Freudig ob dieses großen Vertrauens opferten die Jung´s ihren Sommerurlaub und fuhren jeden Morgen mit dem Linienbus nach Herongen, und nach 12-14 Stunden Arbeit mit den zur Verfügung stehenden Schaufeln, Spaten, Spitzhacken und EImern, fuhren sie abends wieder zurück nach Krefeld.
Die Baumaterialien wurden von der Stadt bereitgestellt. Mancher Stein, der in diesem Becken vermauert wurde, war auch gespendet. Die Firma SLOOTEN aus Straelen machte sich in dieser Beziehung bei den Jung´s einen guten Namen.

Das Planschbecken(Foto: Das Planschbecken)

So konnte dann nach vier Wochen Dauer-Maloche das Becken mit dem Wasser des "Amandus", eines kleinen Baches in der Nähe, geflutet werden.
Paul Geuer, 1956 eingetreten, berichtete in einer Anekdote, dass während der Bauphase einer Gruppe Berliner Mädchen (14-17 Jahre) das Schullandheim besuchte. "...Die Heimleiterin ´Frau von Ellertz´, konnte die Mädels nicht bändigen und ich als Gruppenführer meiner Kameraden auch nicht. Resultat: "2 Tage Arbeitsausfall..." berichtet Paul mit ´nem Augenzwinkern ;-)

In den vergangenen Jahren hatte das THW in der Bundesrepublik, welches mittlerweile eine Helferzahl von ca. 48.000 Aktiven hatte, schon einige spektakuläre Einsätze im In- und Ausland durchgeführt.
Am 1. Februar 1953 wurden die Niederlande von einer Sturmflut ungeheuren Ausmaßes heimgesucht. Aus allen Teilen der Bundesrepublik meldeten sich Helfer um den Nachbarn zu helfen. vom 7. bis zum 20. Februar 1953 waren 76 Helfer im Einsatz an den Deichen und leisteten so den ersten Auslandseinsatz in der Geschichte unserer Organisation.

Ausstellung auf dem SprödentalplatzIm Jahr darauf wurde auch Heinz Lauterbach, einer der Gründer unseres OV, in den Einsatz geschickt. Eine Urkunde mit der Unterschrift des 1. THW-Direktors, Otto Lummitsch, zeugte davon, dass Heinz beim Hochwasser in Bayern mitgeholfen hatte, die Folgeschäden einzudämmen.
1956 wurden die ersten Gerätekraftwagen (GKW) auf Borgward-Chassi (ca. 95 PS/Diesel) an die Landesverbände ausgeliefert. Einen dieser modernen Fahrzeuge erhielt der Ortsverband Krefeld nach einer Ausstellung auf dem Sprödentalplatz 1957.

 

 

Der erste Krefelder GKWBis dato war der Wagen dem OV Aachen zugeteilt und als Leihgabe zur Ausstellung gebracht worden.
Man kann sich die Freude vorstellen, als dieses Fahrzeug nach der sehr effektiven Ausstellung, im Sinne der Helferwerbung, an die Kameraden des OV Krefeld übergeben wurde. Die Helferzahl schnellte um 130 (!) auf ca. 450 (!) Helfer hoch.

Pressemeldung vom 22.08.1957Diese Zahl, die Verwaltungshelfer dieser Jahre mögen mir verzeihen, ist natürlich mit der nötigen Zurückhaltung zu interpretieren, die die heutige Kenntnis um die medienwirksame Publikationen der eigenen Stärke gebietet. Die mit Dr. Bellingen als Helfer Nr. 1 begonnenen Aufnahme- und Personallisten wurden fortgeführt und zeigten einen Monat vor der o.g. Pressemeldung mit dem Kameraden Josef Dresen, einem "Appretur-Lehrling" von der Hauptstraße in Oppum die Helfer Nr. 450. Es waren mittlerweile aber schon eine Menge Leute aus unterschiedlichen Gründen ausgeschieden und viele Helfer bildeten eine sogenannte "stille Bereitschaft" (heute Reserve- oder Althelfer).
Aber es ist, rückblickend beurteilt, eine große Leistung erbracht worden, mit all den Unzulänglichkeiten fertig zu werden und unter den widrigen Umständen den enthusiastischen Kameraden die notwendige Motivation zu vermitteln.

In den Zeitraum der o.g. "Helfervermehrung" fiel auf Bundesebene eine für das THW tiefgreifende Entscheidung des BMI: Das THW verlor durch Erlass vom 6. Juli 1957 seine Selbstständigkeit und wurde als Abteilung III in die neue "Bundesdienststelle für den zivilen Bevölkerungsschutz" eingegliedert.
Das mittlerweile auf 60.000 Mann angewachsene THW wurde seiner eigenen Organisationsstruktur "beraubt" und "mit einer seinem Wesen fremden Entwicklung" konfrontiert, die großen Unmut in den Reihen der Landes- und Ortsbeauftragten hervorrief.

Landesweit äußerten sich die Verantwortlichen des THW in Wort und Schrift sehr kritisch zu diesem im Dezember 1960 vom BMI manifestierten Organisationswandel. So tauchten dann Anfang der 60er Jahre im BMI erste Zweifel über die "Sinnhaftigkeit der bestehenden Strukturen" auf und man fasste den Entschluss, der bestehenden Entwicklung, durch organisatorische Maßnahmen entgegenzuwirken.

Die Rückführung zur "eigenen selbstständigen Organisation unter Aufsicht des Bundesinnenministers" wurde aber erst am 6. September 1966 durch den BMI Paul Lücke während einer großen Verbandsübung bei Hoya an der Weser bekanntgegeben.

Während dieser schwierigen Zeiten erbrachten die THW-Kameraden in Krefeld weiterhin ihre Leistungen zum Aufbau und Erhalt unseres OV.
Pressemeldungen von 1959/60 berichten u.a. von Hilfeleistung für das DLRG beim Versetzen eines Beobachtungsturms für die Rettungsschwimmer am Rhein bei Langst-Kierst; über einen "Brückenschlag im Bruch", der "vor Vertretern von Polizei und Feuerwehr" 65 THW-Kameraden bei einem angenommenen Flugzeugabsturz am Schießstand auf den Plan rief und über eine Werbeveranstaltung im Haus Schüten (Uerdinger Str., gegenüber Zoo, gibt´s nicht mehr; d.Verf.), die unter Leitung des OB Dr. Bellingen "wie am Schürchen ablief".
Am 3. Juni 1961 sendete das Deutsche Fernsehen den "Katastrophenfall X". Es war eine Sendung über Aufbau und Organisation des THW. Hierbei wirkten u.a. Krefelder Helfer als "Schauspieler" mit und trugen somit dazu bei, dass der Strom der jungen Männer, die sich in unsere Listen einschreiben wollten, nicht abriss.

Dass einige Jahre nach Beendigung des 2. Weltkriegs die Notwendigkeit eines wirkungsvollen Zivilschutzes in dem das THW gemäß gleichnamigen Gesetzes mitwirken musste, im Bewußtsein der Bevölkerung einerseits als wichtig und andererseits als bedenklich eingestuft wurde, hatte teilweise keinen Einfluss auf die Entscheidung der jungen Leute, bei uns mitzumachen.
Da die Menschheit weiterhin bereit war, gegeneinander mit Waffengewalt vorzugehen, um die unterschiedlichsten Interessen durchzusetzen, war in den Kreisen der Wehrpflichtigen eine hohe Bereitschaft vorhanden, mit friedlichen Mitteln ihren Staatsdienst zu leisten. So war das "Angebot", alternativ zum Wehrdienst eine andere sinnvolle Tätigkeit auszuüben ein ebenso großer Anreiz in unsere Organisation einzutreten, wie die Möglichkeit, Dinge zu lernen und anzuwenden, die den Menschen helfen können.

Die "Neue Rhein-Zeitung" berichtete am 22.08.1964, dass das THW "... aus mehr als bescheidenen Anfängen zu einer Hilfsorganisation herangewachsen ist, auf die auch in Krefeld nicht mehr verzichtet werden kann".

Curt Bruss, Helfer Nr. 2 mit Eintrittsdatum 10.09.1952, zu diesem Zeitpunkt Verwaltungs-Chef im OV und schon 81 Jahre alt ("...man glaubt sie ihm kaum..." schrieb die Rheinische Post) bemerkte triumphierend (RP 21.08.1965) "Nun hat auch die Stadt die Notwendigkeit des THW in Krefeld erkannt. Nach der Überschwemmungskatastrophe in Etteln (südlich von Paderborn, d.Verf.) hat man sich mit uns zusammengesetzt und wird nun Maßnahmen zur Verbesserung unserer Arbeit ergreifen". Diese Aussage wurde auf der Grundlage eines Schreibens gemacht, das der Landesbeauftragte an das Bundesamt für zivilen Bevölkerungsschutz in Bad Godesberg geschickt hatte.

In dieser Nachricht vom 9. Februar 1965 wird berichtet, dass man beim Leiter des "Stadtamtes für öffentliche Ordnung in Krefeld" vorgesprochen habe und mit ihm die Zusammenarbeit erörterte.

2. Ortsbeauftragter Curt BrussZu der Zeit wurden sogenannte Bergungsbereitschaften für den zivilen Bevölkerungsschutz aufgestellt und der OV Krefeld hatte der Stadt dafür "... alle Führer und Unterführer, sowie 60 Helfer..." gestellt. Herr Dallinger (Leiter des Ordnungsamtes, d.Verf.) will die Fahrzeuge einer Bergungsbereitschaft..., dem Ortsverband übergeben".

Im Nachsatz wird berichtet, dass die Besprechung "... in vertrauensvoller Atmosphäre..." verlief. (Dem sachkundigen Zeitzeugen und Leser dieser Zeilen geht dabei vielleicht die Vermutung durch den Kopf, dass das vielleicht zwischen Stadt und der OV-Führung nicht immer so war?) Jedenfalls haben die Aktivitäten der Krefelder THW-Leute ihre Früchte getragen.

Beim angesprochenen Hochwasser-Einsatz in Etteln waren sie den Padernborner Kameraden zwar nicht zur Hilfe geeilt, aber die immerwährenden Übungen für ihre Aufgaben bei Hochwasser zwischen Kaiserswerth und Duisburg machten sich im übertragenen Sinne bezahlt: Das THW hatte mit Unterstützung der Stadt Krefeld die Liegenschaft Parkstraße 47 in Uerdingen angemietet (in der wir noch heute "wohnen").

 

Unterkunft auf der Parkstraße 47  GKW auf Magirus-Saturn und MKW auf Hannomag
Unterkunft Parkstraße 47 Die Neuen: GKW auf Magirus-Saturn und MKW auf Hannomag

Die Ausrüstung mit den Gerätekraftwagen auf Magirus-Saturn Fahrgestell und den Hannomag-Mannschaftskraftwagen ließ nicht lange auf sich warten.
Am Samstag, dem 6. April 1968 wurde dann die offizielle Verpflichtung unseres OV, der Stadt auch als Zivilschutzeinheit zur Verfügung zu stehen, vom Beigeordneten Fabel durch Überreichung einer Urkunde an die 80 Männer und 6 Frauen aus verschiedenen Organisationen "festgemacht". Auf dem Rathausvorplatz warteten die sandgelben Einsatzfahrzeuge und das "ZB"-Emblem, ein blaues Dreieck in einem gelben Kreis mit blauem Ring zeigte an, dass hier eine Zivilschutz-Einheit aufgefahren war.

 Beigeordneter Anders (Stadt Krefeld) und THW Geschäftsführer Galonska.FOTO: OB Albert Bsdok (rechts) erhält von LB Kautzky (links) die Goldene Ehrennadel des THW (4.8.1971). Hintergrund: Beigeordneter Anders (Stadt Krefeld) und THW Geschäftsführer Galonska.

Curt Bruss, der den OV nach Dr. Bellingen kommissarisch leitete, übergab 1967 die Geschäfte an Dipl.-Ing. Albert Bsdok, seines Zeichens Baudirektor der Stadt Krefeld.

Schon 1951 trat Bsdok in Berlin dem THW bei. Als "Vorbelasteter" (ab 1934 in Beuthen und Berlin bei der TN) war es für ihn selbstverständlich, seine beruflichen Kenntnisse wie seine Einsatz-Erfahrungen bei der Technischen Nothilfe dem jungen "Ableger" zur Verfügung zu stellen.
Die hauptamtliche Geschäftsstelle des THW-Kreises Krefeld war mittlerweile von der Wassergasse 8 (zwischen Luth.-Kirch-Straße und Klosterstraße; gibt es heute nicht mehr; d.Verf.) zur Parkstraße nach Uerdingen umgezogen. Im Zuge "kommunalstruktureller Änderungen im Land NRW" wurden von der Krefelder Geschäftsstelle nun auf Weisung des LV V in Düsseldorf auch die Ortsverbände Moers und Rheinhausen betreut.

1971 gehörten dem Ortsverband (auf dem Papier) 440 Mitglieder an, "wovon 72 Mann ständig in Bereitschaft sind" (so die RP am 26.03.1971).
Einen Monat später machten wir uns dann einen durch mühevolle Handarbeit erworbenen Namen in der Geschichte des Tierparks (heute Zoo):
Im Erweiterungsgelände an der Berliner Straße gruben wir, wie unsere alten Kameraden damals in Herongen, mit Spitzhacke und Spaten einen 300m langen Graben für die Ringleitung, die das später errichtete Tropenhaus mit Wasser versorgen sollte.
Und immer noch übten wir, übten und übten, was im Ernstfall notwendig ist. Doch der ließ lange auf sich warten.

Wir entschärften Bruchgefahren im Baumbestand des Seniorenheimes "Maria Schutz" an der Maria-Sohmann-Straße (April 1973), wir bauten im September 1974 eine Brücke mit 4 Tonnen Tragkraft über die Schwalm (natürlich übungsmäßig), wir zeigten unser Equipment beim "Treffpunkt Stadtverwaltung" (August 1974), halfen den Kindern und ihren Eltern beim Aufbau eines Holzhauses auf dem Abenteuerspielplatz an der Kempener Allee; wir rissen, zusammen mit den Kameraden der ZS-Brandschutzbereitschaft den "Praasshof" im Forstwald ab (ein historisches Buschhüter-Gebäude, das nach dem Krieg aber mangels Pflege - und Geld - verrottete und eine Gefährdung für spielende Kinder und Spaziergänger darstellte).

Die Fähigkeiten unserer Führungskräfte, uns immer wieder aufs neue zu motivieren, war schier unermesslich. Selbst solche "Unterstützungs-Einsätze" wie die Begleitung von St.-Martins-Zügen, erzeugte in uns so was die Stolz, dazu zugehören.

1975 gründeten Dieter Glöckner, Rüdiger Siepen, Walter Busch und Peter Leiter den "Verein zur Unterstützung des THW". Grund war die anhaltende Geldnot, die für den mittlerweile schon antiquierten Gerätebestand in den THW-EInheiten verantwortlich war.

Fortan konnte unsere Einheit steuerlich absetzbare Spenden des Vereins zur Anschaffung dringend benötigter Geräte benutzen. Viele Anschaffungen wurden bisher gemacht, die unsere Arbeiten etwas leichter machen.

Am 3. Januar 1976 dann war es soweit, unsere Fähigkeiten und Geräten wurden "offiziell" gebraucht. Bei einem starken Sturm kam die Krefelder Feuerwehr mit der Einsatzflut nicht mehr alleien zurecht und so waren wir dann zum ersten Mal mit Sondersignal im Einsatz. Einer dieser Einsätze (von insgesamt über 100 für alle eingesetzten Kräfte der FW und des THW) führte uns zum Krützpoort, wo wir das abgedeckte Dach der Elektrogroßhandlung Schürmanns provisorisch wieder dicht machten.
Mit diesem Einsatzgeschehen kam natürlich eine ganz andere Stimmung in der Mannschaft. Endlich konnten sie einen kleinen Teil dessen zeigen, wozu sie jahrelang ausgebildet worden waren.

April 1976: Der im Dezember 1975 aus Gesundheitsgründen zurückgetretene OB Bsdok übergab dem Gründungsmitglied Heinz Lauterbach die Führung über unseren Ortsverband.

Heinz Lauterbach, Helfer Nr. 6Heinz Lauterbach (Foto links), Helfer Nr. 6, wurde in einer kleinen Feierstunde vom Landesbeauftragten Kautzky unter dem Beifall der anwesenden Gäste aus der Stadtverwaltung und seinen Kameraden mit der Urkunde zum Chef unserer 146 Mann starken Einheit ernannt. Das "unser" Heinz schon 20 Jahre das Amt des stellvertretenden OB inne hatte, war er mit den Dienstgeschäften bestens vertraut.
Bis zum Oktober 1978 führte Heinz Lauterbach unseren OV über Höhen und durch Tiefen, wobei wir die Tiefen dank seines ruhigen Führungsstils selten mitbekamen. In seiner Führungszeit konnte unserer OV sich u.a. einiges Ansehen in Krefeld erwerben. Der Krefelder Rosenmontagszug z.B. war eine lange Zeit ohne die THW-Kraftfahrer undenkbar.
Beim Waldbrandeinsatz in Brüggen, beim Umbau des Burchartzhof zur DRK-Schule, (neben der Bockumer Kirche), der Durchbruch durch eine Wand in den städtischen Krankenanstalten mittels Sauerstofflanze sowie einige Großübungen, wie die Wasserdienstübung "Unten im Bruch" (heute Elfrather See), wurden unter seiner fachkundigen Führung zu festen Begriffen in unserer Einrichtung.

GKW auf Floss im Hafenbecken
GKW auf Floss im Hafenbecken

Heinz wurde am 14. Oktober 1978 mit 67 Jahren in einem großen Festakt von seinen Jungs verabschiedet. Bei diesem Anlass wurde in Krefeld zum ersten Mal ein richtiger Orden verliehen; das silberne Ehrenzeichen des THW symbolisierte die Verdienste, die "unser" Heinz für das THW erbracht hat.

Zwei Unterführer überreichen ein gemaltes Bild zum Abschied an Heinz Lauterbach (2. von rechts). Rechts im Bild der "<i>Neue</i>" Walter Busch.Zwei Unterführer überreichen ein gemaltes Bild zum Abschied an Heinz Lauterbach (2. von rechts). Rechts im Bild der "Neue" Walter Busch.

Die Abschiedsfeier war gleichzeitig auch Anlass zum Amtsantritt für den neuen OB: Walter Busch, 29 Jahre, übernahm die Bergungs- und Instandsetzungseinheiten und führte in seiner Antrittsrede aus, dass "...wir kein Haufen ... Drückeberger..." sind, sondern eine der drei staatsbürgerlichen Pflichten wahrnehmen: Bundeswehr, Zivildienst, Katastrophenschutz.

Walter Busch, im Beruf Jurist und Finanzbeamter, fing als einfacher Bergungshelfer in einem der 3 Bergungszüge am 27.04.1974 an. Seine berufliche Tätigkeit prädestinierte ihn geradezu, in der Verwaltung des OV tätig zu werden und so wurde er bald nach der Grundausbildung mit den Geschäften der Verwaltungsführung betraut. Die Beauftragung zum Vorgesetzten unserer gut funktionierenden Einheit war die logische Folge seiner hervorragenden Verwaltungsorganisation. Sein ruhiger, kameradschaftlicher Führungsstil brachte eine neue Qualität in unser Wirken. Der bis dato immer noch leicht militärisch wirkende Dienstablauf, (der manchmal in Sachen Disziplin einen Vorteil gegenüber den heute angewendeten Führungsmethoden hatte), wurde in etwas "leiseren" Bahnen durchgeführt. Walter ließ jedem Einheitsführer die Freiheit, seine Jungs zu führen, wie es notwendig war. Aber mit energischer Bestimmtheit konnte er auch Unstimmigkeiten bereinigen, ohne dass sich jemand verletzt fühlte.

Ebenso wie uns, zeigte er durch klare Worte auch den Vertretern der Presse, wer wen "nach seiner Pfeife tanzen lässt."

In einem Artikel über einen Hilfeleistungseinsatz am Baakeshof (Siempelkampstr. / Venloer Str.) hatte die RP geschrieben, dass das THW sowie ein Brandschutztrupp des ZS nach der Pfeife der CDU "tanzt". Ein Leserbrief mit den klar abgesteckten, von politischen Institutionen unabhängigen Führungsstrukturen des THW stellte die Sachlage in die richtige Ecke.

Während Walters 16-jähriger Tätigkeit als Chef unsere mittlerweile 154 Mann starken Truppe waren auch mehrere Einsätze zu verzeichnen.

Wir rückten im August 1979 alarmmäßig nach Gruiten (Wuppertal) aus. Sprenglöcher wurden in einen riesigen Betonsilo gebrannt. Der "Klotz" stand nach einer misslungenen Sprengung schief im Gelände.

Sprenglöcher-BrennenWir mussten also aufgrund der unklaren Gefährdungslage schneller arbeiten, als es bei solchen Arbeiten üblich ist. Beim 2. Einsatz, eine Woche später, wurde der Betonriese dann mit unserer Hilfe von den Kameraden des OV Marl "geknackt".

 

 

 

 

Mit der Sauerstoff-Lanze in die 1,5m dicke StahlbetonwandMit der "Sauerstoff-Lanze" in die 1,5m dicke Stahlbetonwand.

Am 27. Juni 1980 kamen wir zum ersten Mal mit Einsatzarbeiten, die unserer Hauptaufgabe, dem Bergungsdienst entsprach, in "Berührung":

 

 

 

Ein THW-GKW reißt mit Seilwinde den freistehenden Giebel ein.Auf der Gladbacher Straße 95 hatte sich eine Gasexplosion ereignet.
Ein THW-GKW reißt mit Seilwinde den freistehenden Giebel ein.

Die Feuerwehrführung forderte gegen 17:30 Uhr das THW an. Abtragen einer freistehenden Giebelwand, Einreißen eines einsturzgefährdeten Kamins, Fällen eines Baumes, der die Drehleiterarbeit behinderte, sowie Trümmer räumen und die Bergung persönlicher Habe der Betroffenen waren unsere Aufgaben. So nebenbei verpflegten wir alle Einsatzkräfte mit den Waren unserer gut bestückten Küchenvorräten. Glücklicherweise wurden keine weiteren Opfer unter den Trümmern des 4-stöckigen Altbaus gefunden. (4 zum Teil schwerverletzte Personen hatte die Feuerwehr in der Phase 1 schon gerettet.) 32 Mann schufteten Schulter an Schulter mit den Blauröcken der Berufsfeuerwehr bis in die Morgenstunden des nächsten Tages.

Neben vielen großen und kleinen Einsatzübungen, von denen einige in Fachkreisen als "Sahneteilchen" bezeichnet wurden, stand dann im Oktober 1981 der nächste große Einsatz an. Bei einem Großbrand am Nauenweg, Fa. Koch (Furnierlager) bekamen wir von der Feuerwehr den Auftrag, die Einsatzstelle zu beleuchten, die vom FW-Kran herausgerissenen Leimbinder zu zersägen und die Trapezbleche der Wände mittels Brennschneider zu zerkleinern, um die einzelnen Brandnester besser erreichen zu können.

Im Januar 1982 rief uns die Feuerwehr zum Großbrand der TAG an der Gladbacher Straße. Durch einen Großeinsatz von Atemschutztrupps bestand die Gefahr, dass die Atemluftflaschen der Pressluftgeräte nicht schnell genug gefüllt werden konnten.
Wir lieferten alarmmäßig unsere 12 PA + Reserveflaschen und stellten unsere Verpflegungs-Leute an den Herd, um den Feuerkämpfern was deftiges zu kochen.

14 Monate später wütete am 1. März 1983 ein Sturm in unserer Stadt. Die Einsätze hielten unsere Einsatzgruppen von 17:45 Uhr bis 23:00 Uhr in Atem.

Im Juli 1982 noch ein Sturmeinsatz. Von morgens 5:10 Uhr bis abends gegen 22:00 Uhr halfen wir der Feuerwehr beim "Aufräumen". Den Hauptteil der Einsätze bildeten umgestürzte Bäume und Strommasten sowie -leitungen, in denen Bäume hingen.

Januar 1983: Der erste neue GKW wurde auf dem Burchartzhof übergeben. Der neue "19er" (KR-8019) war ein Prototyp, alle Fächer und Schubladen aus Holz!

Juni 1983: Helfer aus Krefeld helfen beim Hochwasser in Köln.

August 1983: Zum ersten Mal wird das THW Krefeld mittels Funkalarmempfängern nach starken Regenfällen zum Pumpeinsatz gerufen.

Im März 1984 pumpten wir gemeinsam mit den Kameraden der Berufsfeuerwehr ein Becken im Klärwerk leer, um die Leiche eines ertrunkenen Arbeiters zu bergen.

Wenn man alle wichtigen, prägenden und spektakulären Aktivitäten des Ortsverbandes aufzählen und alle wichtigen, den OV prägenden Leute erwähnen würde, so würde - ohne Übertreibung - dieser kleinen Festschrift auf die Stärke des Krefelder Telefonbuches anwachsen.

So möchte ich hier mit der Aufzählung der wichtigsten Dinge im Telegrammstil fortfahren, immer in dem Bewusstsein, das ein oder andere weglassen zu müssen, z.B. alle die großen und kleinen Übungen und Spezialausbildungen, die einen großen Anteil an der Leistungsfähigkeit unserer Einheiten hatten.

9. Februar 1985: Hilfeleistung "Maria Schutz"; umgestürzten Baum aus einem Teich bergen.
Stefan Ennemann fliegt zusammen mit 19 Kameraden aus anderen OV´en für 4 Wochen in den Sudan zur Wasseraufbereitung.

Mit Pessluft wurde ein durch Taucher in das Schiff eingebrachter Panzerschlauch aufgepumpt.FOTO: Mit Pressluft wurde ein durch Taucher in das Schiff eingebrachter Panzerschlauch aufgepumpt.

Schiffsbergung im Wendebecken des Hafens. Taucher der Flußpioniere als Linn helfen uns dabei.

1. Juni 1985: 1. "Veteranen-Treffen". Viele Leute aus den Gründerjahren kamen (und blieben, bis die Fässer leer waren...)

 

Fahrzeugübergabe31. August 1985: 6 neue Mannschafts- und 1 Gerätekraftwagen (GKW) werden durch Stadtdirektor Dr. Stienen in unserer Unterkunft übergeben.

Walter Busch heiratet am Bismarckplatz seine Beatrix16. Oktober 1985: Walter Busch heiratet am Bismarckplatz seine Beatrix. Großer Hochzeitseinsatz (einer von vielen, nur eben für den Chef was größer)

20. Oktober 1985: Sturmeinsatz, 5 Einsätze, 3 KFZ, 18 Helfer

Immer wieder titelte die öffentliche und die Fachpresse "THW hat kein Geld", "Katastrophenschutz in Finanznöten", u.a. Nichts "motiviert" die Jungs mehr, als wenn man ihnen immer wieder sagt "geht nicht", "haben wir nicht" oder "...später, weil jetzt keine Mittel..."
In Krefeld fingen wir solche Angelegenheiten meistens durch engagiertes Miteinander auf. Der Zugführer III. Bergungszug sagte seinen Leuten bei jeden sich anbahnenden Demotivationsschuss: "Was wir zur Verfügung haben, damit arbeiten wir! Geht nich´, gib´s nich´!" Und so improvisierten wir uns von einem Highlight zum anderen. Es wurde auf höherer Ebene (Landesverband) natürlich bemerkt, dass die "Durchbeißer" wieder mal was geschafft hatten, was eigentlich in die Rubrik "unmöglich" gehörte.
So bekamen wir dann Ende 1986 den Auftrag, Leute auszuwählen, die den Zugtrupp (Einsatzleitung) und 1 Berungsgruppe in der aufzustellenden 65-Mann- + 6 Hunde - starken Schnelleinsatzeinheit Bergung im Ausland (SEEBA) zu besetzen haben. Wir waren natürlich stolz, die Elite-Einheit angehören zu dürfen und so wurden dann ab Januar 1987 16 Mann der Spezial-Einheit zur Verfügung gestellt.
Gottseidank brauchten wir unsere Fähigkeiten nicht einsatzmäßig unter Beweis stellen (oder wäre das Wort "leider" hier angebrachter!?)

 Köhler, Sommers, Vogel, Ehscheidt, Schraps, HausmannDie Krefelder SEEBA-Einheit, v.l. oben: Tabbert, Knaab, Schmidt, Küppers, Müller, Wrede, Scharl - unten: Köhler, Sommers, Vogel, Ehscheidt, Schraps, Hausmann

Durch einige Unzulänglichkeiten im bürokratischen Bereich der Helferfürsorge wurde unsere Mitarbeit durch den Landesverband auf unsere Initiative hin 2 Jahre später beendet.

Weiter in Kurzform:

27. Januar 1987
2. Schiffsbergung im Wendebecken des Krefelder Hafens. Die "Rhenania", ein historisches Militär-Flussboot der Marine-Kameradschaft Krefeld war bei Eisgang leckgeschlagen.

16. Mai 1987
Großübung der Stadt im Rheinhafen auf dem Flupi-Gelände. THW mit Pontonfähre und 3. Bergungszug im Einsatz.

14. Juli 1987
Pumpeinsatz auf Anforderung der Feuerwehr nach starkem Regen.

21. Januar 1988
1. Krefelder Notarzt-Fachkunde-Seminar wird auf dem Sprödentalplatz von uns mit Technik und Personal unterstützt.

26. August 1989
3. silberne Ehrenzeichen im Ortsverband für Zugführer Ulf Tabbert.

27. Oktober 1989
Zusammen mit den anderen Fachorganisationen im KatS übergaben wir eine Protest-Petition gegen die Auflösung des Ordnungs- und Verkehrsausschusses an die Stadt Krefeld.

25. Januar 1990
Großeinsatz wegen Orkanschäden; u.a. sicherten wir das losgerissene schwimmende Vereinsheim im Krefelder Yachthafen.

Frank Kleine entschärft an der Friedrich-Ebert-Str. gefährliches Fallholz.2. März 1990
Der nächste Orkan: Einsatz für den Alarmzug des THW Krefeld.

13. Oktober 1990
Bereitschaftsführer H. D. Glöckner wird nach fast 25 Jahren verabschiedet. Rainer Scharl übernimmt die Funktion.

16. Januar 1991
Wir transportieren Medikamente und medi-zinische Geräte für die Krefelder Partner¬stadt Uljanowsk zum Militärflughafen Köln-Bonn. Frank Ginzel und MHD-Kameraden fliegen mit.

22. März 1991 und 12. September 1991
2. + 3. Hilfsgüterladung für Krankenhäuser in Uljanowsk wird nach Köln-Bonn transportiert.

10. Januar 1992
Diesmal geht's mit drei 38-Tonnern und einem MTW und 60t Zucker nach St. Petersburg. Diese Tour ging mit dem Namen "Petersburger-Schlinder-Fahrt" in unsere Analen ein. 5 Krefelder und 3 Duisburger Männer machen sich auf die ca. 5.400 km-Tour.

Viele Jubiläums-Aktivitäten auf dem Uerdinger MarktFOTOS: Viele Jubiläums-Aktivitäten auf dem Uerdinger Markt

13. Juni 1992
Ein gelungenes Fest auf dem Uerdinger Marktplatz zum 40-jährigen Bestehen unseres OV brachte uns 'ne gute Presse und einige Neuzugänge. Wolfgang Kloster erhält für sein 15-jähriges Wirken das THW-Ehrenzeichen in Bronze.

17. Dezember 1992
3 unserer Jungs nehmen an einem Über-führungs-Konvoi ausgesonderter Militär-fahrzeuge (alle weiß gespritzt) nach Zagreb/Kroatien teil. Die UN-KFZ sind für Bosnien bestimmt und haben zusätzlich medizinisches Material geladen.

10. Januar 1993
Geschäftsführer Werner Bremert erhält das THW Ehrenzeichen in Silber. Er geht nach 15 Jahren THW-Dienst mit 63 Jahren in den Ruhestand. Wolfgang Friebe übernimmt die Krefelder Geschäftsstelle.

März 1993
Volker Sonnenschmidt fliegt als Schirrmeister mit 49 Kameraden aus ganz Deutschland nach Somalia.
9. Mai 1993
2 weitere Helfer, Dieter Köhler und Frank Kleine fliegen für 4 Wochen ins THW-Camp nach Somalia. Elektroinstallation, Brunnen-Rehabilitation und Kfz-Reparaturen stehen auf der Aufgabenliste.

10. Mai 1993
Der Luftschutzbunker unter dem Albrechtsplatz wird von uns zugänglich gemacht. Es sollen chemische Altlasten in den Gewölbe lagern (Natriumbiosulfat).

Et Wasser von KölleHinter der Severinsbrücke: "Et Wasser von Kölle" stand im "Perlengraben"

Heiligabend bis 2. Weihnachtstag 1993
Hochwasser in Köln, 4 Einsatzgruppen á 8 Mann pumpen im Schichtbetrieb (12 Std.) die Fluten des Rheines, teilweise im Kreislauf, aus gefährdeten Stadtgebieten.

9. Januar 1994
OB Walter Busch erhält das THW-Ehrenzeichen in Silber (Nr. 5)

 

 

OB Walter Busch erhält das THW-Ehrenzeichen in Silber4.-5. Juli 1994
80 Liter Regen pro Quadratmeter: Großeinsatz aller Krefelder Pumpen. Stadtdirektor Stienen spricht gegenüber der Presse von "besonderem Dank...", der dem THW gebührt.

27. Juli 1994
Dieter Köhler, unser "Haupt-Ausländer" fliegt nach Goma / Zaire, Auftrag: Wassertransport für Flüchtlingslager und Instandhaltung der KFZ und Pumpen in den Lagern der eingesetzten Organisationen.

August 1994
Volker Sonnenschmidt übernimmt Dieter´s Funktion für weitere 4 Wochen in Goma.

Dezember 1994
Helferstand 141 (tatsächlich aktiv !)

Der 6. OB Rainer ScharlFOTO: Der 6. OB Rainer Scharl

8. Januar 1995
Nach "einigen Jährchen Nachschlag" verläßt uns unser OB Walter Busch (von 1973 - 1995 im OV). Er übergibt seinen Posten an Stellvertreter Rainer Scharl, der bis dahin als Bereitschaftsführer Dienst tat.

1995 war das Jahr des "Rotstiftes". Im Zuge der Umstrukturierungsmaßnahmen, "THW 2001" wurden bundesweit fast 20.000 Helferstellen gestrichen; das ging natürlich auch an den Hauptamtlichen nicht ohne Spuren vorüber. Geschäftsstellen, Zentralwerkstätten, KatS u. THW-Schulen ließen massiv Federn, bzw. wurden einfach "geschlachtet" (Zitat eines "Ehrenamtlichen"). Massiv machte sich der Wandel im finanziellen Sektor bemerkbar: von derzeit 245 Millionen DM wurde der Etat auf 190 Millionen DM gekürzt.

"Da können auch die geblümtesten Reden der Politiker keine Beruhigung reinbringen, da will uns wer ausbluten lassen...!" war die Meinung vieler THW-Leute.
Das war eine relativ logische Schlussfolgerung der Basis. Wurden doch die Auslandsaktivitäten des THW von diesen drastischen Maßnahmen nicht berührt. Im Gegenteil: Presseberichten zufolge wurden die Mittel noch verstärkt. Da musste die Basis ja schlimmes befürchten. "Wir werden sehen..." war die abgeklärte Meinung der "Longtimer".

Unter der fachkundigen Führung unseres Organisationstalentes, Geschäftsführer W. Friebe, wurde die geräte-technische Umstrukturierung vollzogen und die nachfolgenden Aktivitäten im OV ließen uns nicht viel Zeit für philosophische Zukunftsgedanken. Getreu dem Motto: "Geht nicht, gibt´s nicht" ging´s in die neu geordneten Aufgabenfelder, die gleichmäßig und vielfältig auf die Basis, also die Ehrenamtlichen, verteilt wurden.

29. Januar 1985
Wir waren wieder mal "zu Besuch" in Köln: Mit "Unterstützung" von zwei festgenommen Katastrophen-Touristinnen (gemäß der Notstandsgesetzgebung) und fünf Mann der Kölner Stadtwerke verpackten wir mit ca. 12.000 Sandsäcken in 4 Stunden dem Rhein den Zugang zum Kölner Stadtgebiet (Et Wasser von Kölle wor nit jut..). Die anschließende Einsatzstelle auf der Kölner Hauptfeuerwache, wo nochmals ca. 2.000 Sandsäcke gefüllt und verladen wurden, erlebten die 45 Jungs wie im Trance. Ein weiterer Einsatz dieser Zeit: Logistische Unterstützung in Holland mit LKW zum Sandtransport.

31. Januar 1995
Einsatz am Krefelder Deich, Höhe Bataverstraße: zusammen mit Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Uerdingen, (früher ZS-Brandschutz) erhöhten wir die Deichkronen-Senkung.

26. März 1995
Einsatzende in Goma / Zaire. Dieter Köhler ist bei der Rückführung "seines" Räumgerätes (natürlich) dabei. Der Konvoi - aus 4 Geländewagen, 9 THW-LKW und 6 Anhänger sowie 6 Container-Lastzügen - fährt 1.800 km bis zu Schiffsverladestelle nach Mombasa in 6 Tagen (!!).

25. Januar 1996
THW-Ehrenzeichen in Bronze für den "Afrikaner" Dieter Köhler.

Im März 1996
findet eine Informationsveranstaltung in unserer Unterkunft statt. Das THW Neukonzept 2001 wird den Beamten des Feuerwehr-Führungsdienstes in Krefeld vermittelt. Landesbeauftragter Schliewinski ist einer der Referenten.

31. März 1996
Alarmbereitschaft der Einheit wegen Bombenentschärfung an der Anna-Kirche. Es war ´ne "kitzelige" Angelegenheit: der Zünder war defekt.

Im Juli 1996
schließt die Krefelder Geschäftsstelle. Die Einheiten werden jetzt vom GfB Mönchengladbach betreut (siehe Neukonzept 2001)

Blaulichter von THW- und Polizeiwagen zeigen dem Polizeihubschrauber die Landerichtung.Die Blaulichter von THW- und Polizeiwagen zeigen dem Polizeihubschrauber die Landerichtung.

6. September 1996
Bei einer von uns geplanten Einsatzübung "Person vermisst", wurde auch ein Polizeihelikopter eingesetzt, um die Einheiten von THW, Polizei, Hundestaffel und Freiwilliger Feuerwehr Fischeln zu unterstützen. Ein zufällig anwesender RTL-Reporter wurde leise darauf hingewiesen, daß es sich "nur" um eine Übung handelt. Mit ihm wußten nur 5 Leute davon. Alle anderen waren im "echten Einsatz".

14. Juli 1997
OV KR beteiligt sich erstmals an der Kinder-Ferienaktion "Spiel ohne Ranzen" mit Schlauchboot-Schaukel und "Wasserspielen" der Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen (WP).

Spiel ohne Ranzen 199.Die Kinder, die ihre Ferien in Krefeld verbringen mussten, hatten "Spaß satt!"

Juli 1997
Erstmals üben die Feuerwehr-Anwärter auf unserem Übungsgelände. Diesmal noch reine Feuerwehr-Ausbildung (das änderte sich später).

2. September 1997
Anforderung durch die Feuerwehr: Pumpen-Einsatz nach starkem Regen.

12. Januar 1998
Bei traditionellem, nunmehr achzehntem Neujahrstreffen in unserer Unterkunft erhält Wolfgang Kloster das THW-Ehrenzeichen in Silber.

17. Oktober 1998
Der OV Krefeld übernimmt die Wartung der Bunkeranlage in der Tiefgarage unter dem Rathaus. (Unterstützung des TÜV)

Der 8-Minuten-Trupp auf dem Weg zur Sammelstelle.24. Oktober 1998
Großübung "EVAKK 98". Evakuierungsmaßnahmen bei einem fiktiven Brand im Klinikum. Bemerkenswert: Ein Rettungstrupp des THW brauchte für die Rettung eines Patienten aus der 10. Etage vom Einsatzbefehl bis zur Abgabe an der Sammelstelle 8 Minuten! Das war knapp die Hälfte der von der Übungsleitung berechneten Zeit. Damit schufen wir neue Grundlagen bei der Auswertung solcher Einsatzlagen.

Foto: Der "8-Minuten-Trupp" auf dem Weg zur Sammelstelle

Januar 1999
Erster "Internet-Auftritt" des OV Krefeld: Unsere 1994 begonnene und jetzt fertige Übungsanlage wird vorstellt.

5. April 1999
THW-LKW-Konvoi des OV KR bringt Decken, Betten und Matratzen zum Militärflughafen Köln-Bonn. Dort wartet eine "Antanow", um die Hilfsgüter nach Albanien zu bringen (Versorgung von Flüchtlingen aus dem Kosovo).

...hinter dem Hindernis noch´n Hindernis - Is´ anders als Feuerlösch´n, nich?8. Mai 1999
Unsere Bergungsdienst-Übungsanlage "Krefelder Modell" wird im Rahmen eines Tages der offenen Tore durch Fritz Endres vom LV NRW offiziell in Betrieb genommen. Endres war Ende 1993 der Initiator für unsere "Super-Folterstrecke". Er machte uns einen Vorschlag, wir modifizierten seine Vorstellungen "geringfügig" und dann war 6 Jahre lang jedes Wochenende "Häusle-Bauen" angesagt. (siehe auch Bericht Übungsgelände im Anschluss).

FOTO: "... hinter dem Hindernis noch´n Hindernis". "Is´ anders als Feuerlösch´n - nich?"

26. Juli 1999
Zum ersten Mal in der Geschichte der Berufsfeuerwehr Krefeld werden angehende Feuerwehr-Brandmeister vom THW in Sachen Bergungsdienst ausgebildet. Ein Tag theoretischer Basisinformation und ein Tag praktische "Trümmer-Maloche" auf dem Übungsgelände Siempelkampstraße. Bemerkenswerter Kommentag eines "Blaurock´s" nach der 1. Einsatzübung: "Und sowas macht ihr freiwillig...?"

´Schön warm´ war´s in der ausgebrannten Wohnung.4. September 1999
13 Führungskräfte des OV Krefeld machen einen Tag Bereitschaftsdienst in 2 Schichten bei der Berufsfeuerwehr Krefeld.
Ein "eigenes" Löschgruppenfahrzeug wird ihrem Ausbilder übergeben. Ulf Tabbert, der bei den "Roten" beruflich tätig ist, fährt als Maschinist seine Jungs an diesem Tag von einem Einsatz zum nächsten.
Die "Blauen" dürfen nicht nur zugucken, sondern werden vom Einsatzleiter, Heinrich Brückner, ins Einsatzgeschehen auch eingebunden. 6 Einsätze bringt die 12-Stunden-Bereitschaft auf´s Erfahrungskonto der "Gelbhüte". Wohnungsbrände, Verkehrsunfall und Schwelbrand in einem riesigen Haufen geschredderter Autoreifen halten die Unterführer auf Trab. "Zur Ausbildung" war keine Zeit, berichtete AB Tabbert später dem OB. "Diesen Motivations-Schub kann keiner mehr kicken", war einhellige Meinung aller Beteiligten.

2. Oktober 1999
Nordrhein-Westfalen´s Rettungshunde-Teams werden auf dem Übungsgelände geprüft.

16. Oktober 1999
Der WDR dreht einen Film für die Sendung "Hier und Heute" über die Zusammenarbeit der Behörden und Organisationen der Gefahrenabwehr.
Feuerwehr, Rettungsdienst, Rettungshundestaffeln, Bergungsdienst und verschiedene Fachgruppen agieren wie die Profi-Schauspieler und liefern Spitzenmaterial für einen 25-Minuten-Film. Das 3½-Std.-Originalmaterial des Filmteams (mehrfach kopiert), dient den zahlreichen Einheiten aller Fachdienste, die auf unserem Gelände ihre Ausbildungen und Übungen abhalten, als Vorabinfo, (damit sie wissen, worauf sie sich eingelassen haben).
Mittlerweile ist das Gelände ca. 90-110 Mal im Jahr durch auswärtige Einheiten belegt. THW-, Feuerwehr-, Sanitäts- und sogar Bundeswehr-Einheiten lernen bei uns retten, löschen, bergen, schützen.

23. Oktober 1999
Großübung "Eisenbahnunfall" auf dem Gelände des Ausbesserungswerkes der Deutschen Bahn AG in Krefeld-Oppum. Das THW Krefeld hat die Aufgabe, einen umgestürzten Personenwaggon aufzurichten:
In 15 Sekunden steht der Waggon wieder senkrecht.Es werden dazu 3 GKW mit ihren Seilwinden und 1 BRG (Bergungsräumgerät, auch: Radlader genannt) eingesetzt. In 15 Sekunden (nach 1½ Stunden Vorbereitungszeit) steht der Waggon wieder senkrecht.

4. Dezember 1999
Sturmeinsatz mit der Feuerwehr.

Dezember 1999
Eine THW-Jugendgruppe wird gegründet. Helmut Werlich, Christian Teichmann und Carsten Barth übernehmen die Betreuung.

8. Januar 2000
Ein völlig überraschter Ulf Tabbert erhält das erste goldene THW-Ehrenzeichen. Der Ausbildungsbeauftragte der 158 Helfer des OV Krefeld ist mit Wolfgang Kloster Dienstältester (seit Juni 1969) im "Trümmerclub".

21. Februar 2000
Unsere "Hannibal" (5000 ltr. Pumpe) füllt über eine Förderstrecke vom Neptun-Freibad zum neuen Fischelner Hallenbad (ca. 700 m) das Becken zu Prüfzwecken.

26. April 2000
2. Grundausbildungs-Lehrgang der Berufsfeuerwehr wird auf dem Übungslände 8 Stunden lang "gequält".

28. Mai 2000
Sturmeinsatz. 150 Mann aller an den Einheiten beteiligten Einheiten von Berufsfeuerwehr, Freiwilliger Feuerwehr und Technischem Hilfswerk arbeiten über 200 Einsätze ab.

8. Juli 2000
Wieder mal bringt der OV den Ferienkindern beim "Spiel ohne Ranzen" im Stadtwald spielerisch die THW-Aufgaben nahe. Das zeigt Wirkung.
Die Jugendgruppe hat mittlerweile 20 Junghelferinnen und Helfer.

24. Juli 2000
Der Leitstellen-Container der Polizei am Grotenburgstation hatte aufgrund eines fehlenden 32-Ampere-Kabels keinen Strom. (Fußballturnier - und das Spiel beginnt in 2 Stunden!). Der Krefelder Zugführer vom Dienst (ZvD) rief in Mönchengladbach den Bereitschaftsdienst an und 1 Std. 25 Min. später wurde das Spezialkabel von einem Erkelenzer Kameraden übergeben und angeschlossen. "Dat is´ Neukonzept pur!" meinte später ein Unterführer.

Brandschaden am Übungsturm.6. August 2000
Einbrecher haben Feuer an unserem Übungsturm gelegt. 1 Stütze und 4 Träger sind nicht mehr zu reparieren.

12. August 2000
Bunkerbetriebsdienst unter´m Rathaus.

September 2000
Unsere "Zahnrad-Küken" mausern sich zu kleinen Adlern. Viele Aktivitäten, die durch die phantasievolle Vorbereitung ihrer Betreuer entstehen, geben den Junghelferinnen und Helfern ein gutes Rüstzeug für die Zukunft.
Bei einer THW-Schnitzeljagd in Heiligenhaus, bei der sie ihre erlernten Fähigkeiten anwenden müssen, begeistern die "Trümmerzwerge" (man überlegt, ob man die "Alten" nicht mal zu´nem Wettspiel herausfordert...).

21. und 22. September 2000
60 Rettungshunde aus ganz NRW und ihre Führerinnen und Führer werden auf dem Übungsgelände an der Siempelkampstraße geprüft.

16. Januar 2001
Beim 21. Neujahrsempfang können wir zum ersten Mal zu diesem Anlass den Landesbeauftragten begrüßen. OB Scharl resümiert über das vergangene Jahr. "Die drei Nullen in der Jahreszahl spiegeln die vergangene Situation unseres OV wieder: 0 Schaden, 0 Finanzen und 0 Einsätze." (Das stimmte so natürlich nicht, siehe 28. Mai; Anm. d. Verf.)

 1. Ruhe, 2. Ruhe, 3. Ruhe.Bergungsdienst hat drei Grundsätze: 1. Ruhe, 2. Ruhe, 3. Ruhe - denn: Trümmer sind unberechenbar

Februar 2001
3. Bergungsdienst-Schulung für Feuerwehr-Anwärter. Diesbezüglich lud der Leiter des Krefelder Stadtpressedienstes, Herr J. Mathias, zu einer Pressekonferenz in die Feuerwache ein.

9. Februar 2001
Hilfeleistung für die Marienschule an der Hubertusstraße / St. Antonstraße
5 große Pappeln, die den Verkehr bei Sturm gefährden können, werden durch unsere Männer abgetragen. Dabei hilft uns, wie immer unbürokratisch auf dem kleinen Dienstweg, die Feuerwehr durch Stellung einer Drehleiter.

Unsere "Hannibal" hilft Ahlen trocken zu legen.5. und 6. Mai 2001
Die "Werse", ein normalerweise schmales Flüsschen, hat sich nach starkem Regen und einem Wehrbruch Teile der Stadt Ahlen "geholt". Stellenweise steht das Wasser unter der Decke im Erdgeschoss der Häuser. Wir werden um 10.30 Uhr am Samstag alarmiert. Die erste Einsatzgruppe rückt mit "Hannibal", unserer 5000er Pumpe, gegen 11.15 Uhr ab und um 14.00 Uhr haben wir schon nasse Socken. Die vierte Schicht rückte gegen 0.30 Uhr am Sonntag ab. Zusammen mit den Einheiten der anderen 8 Hannibal-Pumpen und den Feuerwehren aus dem ganzen Münsterland sorgten wir dafür, dass die Fische nicht mehr durch die Wohnzimmer der bedauernswerten Ahlener schwimmen.

12. bis 14. September 2001
Die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen (FGr. WP), Logistik (FGr. Log) und Führung & Kommunikation (FGr. FK) nehmen an der Großübung "Lothar 2000" teil. Die angenommenen Schadenslage basierte auf den Erfahrungen des größten Auslandseinsatzes des THW in Frankreich zu Beginn des Jahres 2000 (Sturmschäden).

4. November 2001
2. "Veteranen-Treffen" im OV Krefeld. Einige "Jung´s" aus den Gründerzeiten waren auch wieder dabei und brachten jede Menge "Dönekes" und Fotos mit. Einiges aus diesem interessanten Treffen konnte ich hier verwenden und möchte mich im Namen meiner Kameraden bei den aktiven "Althelfern" bedanken.

Unsere "5000er" auf dem Neusser Ponton.(22) 23. bis 30. November 2001
Großeinsatz der Berufs-, Freiwilligen- und Werkfeuerwehr. Bei einer Schiffshavarie am Löschsteiger der Bayer AG an der Rheinuferstraße war ein Tankschiff mit Salpetersäure aus ungeklärter Ursache leckgeschlagen und brannte. Giftige Dämpfe zogen an Uerdingen vorbei und es drohte eine Umwelt-Schädigung größten Ausmaßes. Die Fachgruppe Wasserschaden / Pumpen des THW-Krefeld und die Fachgruppe Wassergefahren des THW-Neuss wurde alarmiert.

Die 5000er sollte einen der Gelenklöscharme der Werkfeuerwehr versorgen, um Dämpfe niederzuschlagen.

In jeweils 6-8 Stunden-Schichten waren wir rund um die Uhr an der Einsatzstelle und pumpten, wenn das Kommando von der Einsatzabschnittsleitung der Feuerwehr kam. Die Pumpe lief in den 8 Tagen nur ca. 15 Stunden.

Aber es war ein sicheres Gefühl für die Einsatzleiter, dass wir Oberstrom der Einsatzstelle "mit dem Daumen auf dem Starter" darauf warteten, den "roten" Kameraden "das Wasser zu reichen".

Mitte Dezember 2001
Ingo Reese fliegt zu einem Auslandseinsatz nach Sierra Leone und kommt am 19. Januar 2002 wieder zurück. Er war vier Wochen mit Kameraden aus anderen Landesverbänden für die Wartung und Installation von Netzersatzanlagen in einem UN-Militär-Lager zuständig.

Der 7. OB Frank Ginzel FOTO: Der 7. OB Frank Ginzel

Am 21. Januar 2002 bekommt Frank Ginzel aus Düsseldorf die Nachricht, dass er zum neuen Ortsbeauftragten berufen wird. Rainer Scharl hatte zum 31. Dezember 2001 dieses Amt niedergelegt.

So, jetzt haben Sie sich durch diese Zeilen "geackert und trotzdem nur einen winzigen Teil dessen vermittelt bekommen, was in unserem Ortsverband in den 50 Jahren seines Wirkens "passiert" ist.
Wie schon erwähnt, würden alle die dienstlich relevanten Angelegenheiten, die für den THW-Interessierten natürlich auch wissenswert wären, den sowieso schon sehr engen Raum dieser Festschrift sprengen. Wenn Sie noch Fragen haben, wenden Sie sich doch an unsere Dienststelle in Krefeld-Uerdingen, denn:

Wir sind immer für Sie da!
Seit 50 Jahren!

Ulf Tabbert
ehemaliher Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit

Bild- und Textquellen:
"WIR HELFEN" - Das THW gestern-heute-morgen
Jubiläumsausgabe September 2000

Archiv THW OV Krefeld

Pressemeldungen
Rheinische Post und Westdeutsche Zeitung


"...und wenn der erste Mann des Zuges hinten wieder rauskriecht sind mindestens 24 Std. rum..."